

Lord Baden-Powell
Er wurde geboren am 22.02.1857 in London. Er hatte 13 Geschwister.
Sein voller Vorname lautete Robert Stephenson Smyth. Letzteren
erhielt er als Andenken an einen seiner Vorfahren: den Seehelden und
Abenteurer John Smyth.
Die Lust am Abenteuer und an der Naturbeobachtung wurde in Baden-Powell
von seinem Grossvater geweckt. Im Internat erwarb er Kenntnisse in der
"Wissenschaft des Waldes". So nannte er die Suche nach Tierspuren und
dergleichen. Mit Freunden unternahm er häufig Ausflüge in die Wildnis, wo
sie ohne jegliche Hilfsmittel überlebten.
Nachdem er das Internat
abgeschlossen hatte, bewarb er sich um einen Ausbildungsplatz als Offizier
der britischen Armee. Das Aufnahmeexamen legte er mit Glanz ab (als 2. von
717). Daraufhin wurde er sofort zum Unterleutnant befördert. Er diente in
der Kavallerie. Bei seinen Kameraden war er sehr beliebt. Vor allem zeigte
sich seine Begabung, die gelangweilten Militärs zu unterhalten: er sang im
Offizierskasino, arrangierte Theateraufführungen, schrieb die Stücke und
die Lieder selbst und brachte so Leben in die Bude.
Wegen dieser Talente,
seinem Geschick und seinen Kenntnissen der Wildnis wurde ihm die
Ausbildung der Scouts (der Pfadfinder) übertragen. Diese wurden nicht
im offenen Kampf eingesetzt, statt dessen mußten sie mit List und
Lautlosigkeit nach Art nordamerikanischer Indianer und Trapper das
gegnerische Lager auskundschaften. Seine Strategie bei der Ausbildung
seiner Schützlinge lautete "Learning by doing". Er ließ ihnen in
der Bewältigung ihrer Aufgaben weitestgehend freie Hand, gab lediglich
Tips und ließ sie so aus ihren eigenen Erfahrungen lernen. Er legte
besonderen Wert auf Hilfsbereitschaft.
Seine Schützlinge konnten sich so
jederzeit hundertprozentig aufeinander verlassen. Baden-Powell überzeugte
und führte indem er Vorbild war, so machte er schwierige Aufgaben
seinen Auszubildenden selbst vor.
1897 erhielt er den Auftrag in Südafrika eine Expedition als
Vergeltungsschlag gegen den Ashanti-Häuptling Pempreh zu unternehmen, der
nicht nur gegen die englische Kolonialherrschaft rebellierte, sondern auch
Mitglieder seines eigenen Volkes als Sklaven verkaufte oder als
Menschenopfer bei rituellen Handlungen hinschlachten ließ.
Dort, auf der
Fährte des flüchtenden Pempreh lernte Baden-Powell von befreundeten
Eingeborenen ihre besonderen, selbst ihm unbekannten Methoden der Jagd,
des Spurenlesens, der Orientierung, der Urwaldmedizin und ähnlicher
Waldläuferkünste kennen. Nach einiger Zeit verstand er sich in diesen
Dingen sogar besser als seine Lehrmeister. Während dieser Jagd schrieb er
nachts sein Buch "Aids for Scouting" (Hilfen zum Pfadfinden), in
dem er all seine gelernten Dinge niederschrieb.
Als das Buch 1897 fertig
war, gelang es Baden-Powell endlich den Häuptling gefangenzunehmen, doch
er ließ ihn nicht hinrichten, Blutvergießen war Baden-Powell ein
Greuel. Der Häuptling zog ins Exil - und wurde ein Freund und Verehrer
des Mannes, der ihn überwunden hatte
Baden-Powells Buch wurde 1899 veröffentlicht und vom englischen
Generalstab als allgemeine Ausbildungslektüre für Offiziere empfohlen. Im
selben Jahr brach der Burenkrieg aus, in dem Baden-Powell in einer Stadt
namens Mafeking von mehreren Tausend Soldaten umzingelt wurde. Mit List
und Tücke gelang es ihm sich aus dieser Falle zu befreien und die Stadt zu
verteidigen. Er rekrutierte alle Jungen, die in dieser Stadt lebten und
bildete sie für leichte Aufgaben zur Verteidigung aus.
Auch mit ihrer
Hilfe gelang es ihm die 217 Tage über, bis die Stadt von englischen
Soldaten befreit wurde, die Stellung zu halten. Das besondere daran war,
daß zu dieser Zeit alle Erwachsenen dachten, Jugendliche seien nutzlos und
könnten es nur durch strenge Erziehung zu etwas bringen. Baden-Powell
wurde wegen seines Vertrauens zum Idol der Jugend.
Viele von ihnen hatten
sich in England sein Buch gekauft, was Baden-Powell misfiel, da es ein
militärisches Buch war und er als friedensliebender Mensch nicht
wollte, daß es in die Hände von Kindern geriet. Er plante ein neues Buch
für Jugendliche zu schreiben. Doch zuerst mußte er noch weitere Aufgaben
für sein Land meistern.
Lord Baden-Powell
Lord Robert Stephenson Smyth Baden-Powell of Gilwell
Geboren: 22.02.1857
Gestorben: 08.01.1941
Seit 1907 Organisator und Leiter
der engl. Pfadfinderbewegung
Er bekam den Auftrag eine berittene Schutzpolizei für Südafrika zu gründen
und auszubilden. Diese wurde bald zu einer weithin berühmten Elitetruppe.
Sie trugen einen breitrandigen Filzhut, ein Halstuch und ein Khakihemd.
Nach einer längeren Zeit begab er sich im Jahre 1907 daran sein
Werk anzugehen. Doch vorher wollte er weitere Erfahrungen in der
Jugenderziehung machen. Deshalb trommelte er insgesamt 22 Jungen aus
verschiedenen Gesellschaftsschichten zusammen. Er begab sich mit ihnen
auf eine Insel und schlug dort seine Zelte auf. In der Mitte des Lagers
flatterte die Fahne von Mafeking. Er teilte die Jungen in kleine Trupps zu
je 5 Mann ein. Der jeweils älteste wurde zum Patrouillenführer ernannt und
übernahm die volle Verantwortung für das Handeln seiner Leute.
Um sich seiner neuen Aufgabe voll und ganz widmen zu können ließ sich
Baden-Powell in seinem 50. Lebensjahr pensionieren und wurde Jugendführer.
Zu dieser Zeit gelang es ihm endlich sein Buch "Scouting for Boys"
zu schreiben. Es erschien in einzelnen Kapiteln in der Zeitschrift "The
Scout" in England. Nach dieser Veröffentlichung schlossen sich mehr und
mehr Jungen der Pfadfinderbewegung an.
Als Baden-Powell im Jahre 1909 eine Urlaubsreise nach Südafrika
unternahm stellte er zu seiner Verwunderung fest, daß sich dort eine
Pfadfindergruppe gebildet hatte, die entsprechend seines Buches
organisiert war. Er nahm diesen Pfadfindern offiziell das Versprechen ab
und erklärte sie zur ersten ausländischen Pfadfinderorganisation.
Er erkannte, daß sich ihm die Chance bot diese Bewegung in die ganze Welt
zu tragen. Im selben Jahr besuchten einige englische Pfadfinder
Deutschland, wo es auch bereits reges Interesse der Jugend an dem
Pfadfindertum gab.
Baden-Powell sah zwei Tugenden als die wichtigsten an: Die
Ritterlichkeit und die Liebe zu Gott. Er sah diese beiden in einer
legendären Gestalt vereint: im Ritter St. Georg, den er 1909 offiziell
zum Schutzpatron der Pfadfinder erklärte, "weil er unter den Heiligen der
einzige Ritter war".
Noch in diesem Jahr richtete er ein großes Pfadfindertreffen im
Londoner Kristallpalast aus. Bei diesem Treffen standen ihm mit den Worten
"Wir sind Girl Scouts, Mister Baden-Powell" plötzlich eine Schar von
Mädchen gegenüber, die ebenfalls die Pfadfindertracht trugen. Der General
war begeistert, daß sich seiner ursprünglich nur für Jungen gedachten
Organisation nun auch Mädchen anschließen wollten, und er ging sofort
daran, Gruppen von Pfadfinderinnen zu gründen.
Es entstand eine von der
Jungenorganisation streng getrennte Gruppe von "Girl Guides", da die
gemeinschaftliche Erziehung von Jungen und Mädchen damals noch undenkbar
war. Da aber Baden-Powell keine Erfahrung mit der Erziehung von Mädchen
hatte, hing diese Organisation zunächst ohne eine Führung ein wenig in der
Luft. Das änderte sich, als er im Jahre 1912 seine 22jährige Frau Olave
St. Clair kennenlernte. Sie war so begeistert von der Idee des
Pfadfindertums, daß sie im Jahre 1916 die Führung der englischen Girl
Guides übernahm.
Im selben Jahr kam Baden-Powell die Idee, die Pfadfinder in zwei
Altersgruppen aufzuteilen, um deren Ausbildung dem Alter entsprechend
ausrichten zu können. So entstanden die "Wölflinge" (bis zum 11.
Lebensjahr) und die eigentlichen Pfadfinder, die mindestens 12 Jahre alt
sein sollten. Seit 1919 gibt es die Rover (19-21 Jahre).
1916 bekamen die Pfadfinder von einem schottischen Landedelmann den
Gilwellpark bei London als Ausbildungszentrum für Scoutmaster
(Erwachsene, die die Führung einiger Patrouillen im Gesamten übernahmen)
geschenkt. Die ersten Pfadfinderführer, die dort einen Lehrgang
erfolgreich abschlossen, erhielten eine sonderbare Auszeichnung: zwei
Holzstückchen, die sie an einer Lederschnur um den Hals tragen durften.
Diese Lehrgänge werden heute nach dem Holzabzeichen auch
Woodbadge-Ausbildung genannt (wood = Holz, badge = Abzeichen).
Beim ersten internationalen Pfadfindertreffen (Jamboree) im Jahre 1920
wurde Baden-Powell zum ersten und einzigen "Chief Scout of the World"
(oberster Weltpfadfinderführer) ausgerufen.
Der Name des Parks, Gilwell, wurde 1929 auch Bestandteil des Namens von
Baden-Powell, als ihn der König zum Lord adelte. Fortan hieß er: Lord
Baden-Powell of Gilwell. Damals war er 72 Jahre alt.
1930 wurde Lady Olave Baden-Powell zur "Chief Guide of the World"
(oberste Weltpfadfinderführerin) ernannt, die sie bis zu ihrem Tode am
26.06.1977 blieb.
Von diesem Jahre an bis 1937 reisten die beiden Baden-Powells in der
ganzen Welt umher um Pfadfinder zu besuchen. Lord Baden-Powells letzter
großer Auftritt war bei dem Jamboree in Holland, bei dem er sich offiziell
verabschiedete. Danach zog er sich in sein Haus zurück, wo er kurz vor
seinem Tode einen Abschiedsbrief an die Boy Scouts und Girl Guides der
ganzen Welt schreib. Am 08.01.1941 starb Baden-Powell. Jungen und
Mädchen standen in ihrer Pfadfindertracht auf dem Friedhof von Nyeri, 6
Scoutmaster trugen den Sarg. Britisch Offiziere salutierten. Dem letzten
Wunsch des Verstorbenen entsprechend, wurden keine grossen Reden gehalten,
nur eine Trompete blies den Pfadfinderpfiff. Auf Baden-Powells Grabstein
befindet sich ein Kreis mit einem Punkt darin. Es ist eines der
internationalen, nur Pfadfinder bekannten Wegzeichen, mit denen sich die
Mitglieder der Bruderschaft über alle Sprachbarrieren hinweg
verschlüsselte Nachrichten geben können.
Diese Nachricht Baden-Powells heißt:
"Ich habe meinen Auftrag erfüllt und bin nach Hause gegangen."
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